Freitag, 9. März 2018

2. Oktober 2015, Bwindi NP > Lake Bunyonyi, Bugombe Gateway Camp

Beim ersten Vogelgezwitscher (und das beginnt ziemlich früh am Morgen), erwache auch ich – und fühle mich pumperlg’sund! Keine Fröstelei, keine Übelkeit, einfach wie neugeboren. Mein Unwohlsein gestern Abend hatte also tatsächlich, wie ich schon vermutete, psychische Ursachen. Früher, als ich noch Kind und Jugendliche war, ereilte mich manchmal so eine ominöse Kurzkrankheit, wenn die Schule vorbei war und die ersten Tage der Ferien ins Land gingen. Der ganze Stress fiel von mir ab und der Körper, der endlich nicht mehr nur funktionieren musste, gesundheitlich wie auch anderweitig, nahm sich eine kurze Auszeit, um zu demonstrieren, dass er durchaus ein Eigenleben hat. Vor dreißig Jahren zum Beispiel, fuhr ich mit zwei Freundinnen (wir hatten gerade das Abitur hinter uns gebracht), mit Rucksack und Interrail-Ticket nach Süditalien, von wo aus wir vier Wochen Inselhopping in Griechenland machen wollten. Allerdings bekamen wir in Brindisi kein Ticket für die Fähre nach Korfu, unserer ersten geplanten Station. Eine Woche hingen wir unter widrigsten Bedingungen in dieser Stadt am Hafen fest, nächtigten unter freiem Himmel, wuschen uns im Stadtbrunnen und verrichteten unsere Notdurft des nächtens in dunklen, unbeleuchteten Gassen, weil das öffentliche Klo da geschlossen hatte. Es war eine wilde, eine aufregende Woche, in der wir allerhand erlebten, was unseren Eltern sicher den Angstschweiß auf die Stirne getrieben hätte... Unter anderem lernten wir auch einen Österreicher kennen, der uns einen Wild-Camper-Strand auf Korfu empfahl, und der, als wir endlich die ersehnten Tickets für die Fähre ergattert hatten, kurzerhand mit uns nach Korfu zurückschipperte, wo wir, wie sollte es anders sein, die nächsten drei Wochen an besagtem Strand hängenblieben. Wir stellten ein kleines Zelt auf, um unser Gepäck unterzubringen, für uns selbst bauten wir  Hüttchen aus eigenhändig geerntetem Pfahlrohr, das an einer kleinen Bachmündung wuchs. Und dann ereilte es mich: Abitur geschafft, Lehrstelle gesichert, endlich angekommen. Von einer Minute auf die andere bekam ich hohes Fieber, mir war übel und ich wollte nur noch sterben. Bei sengender Mittagshitze verkroch ich mich in unserem Zelt, das in der prallen Sonne stand, schlief ein paar Stunden und erwachte schließlich in meinem eigenen Saft – wie neugeboren!

Dass ich ausgerechnet jetzt und hier ähnliche Symptome entwickelte, zeigt deutlich, wie sehr mich das mit dem Gorilla-Tracking im Vorfeld beschäftigt hatte. Wie schon erwähnt, hatte ich ja große Sorgen wegen des Verlaufs der Tour und in Bezug auf meine Kondition. Und ich hatte Angst, eine Erkältung zu bekommen; schniefende Leute dürfen nicht mit zu den Gorillas. Mehrere Wochen vor unserem Urlaub besuchte ich deshalb meine Hausärztin und bat sie um eine Gammaglobulin-Injektion, die mein Immunsystem mit fast hundertprozentiger Garantie stabil machen sollte. Frau Doktor allerdings verweigerte mir die Spritze. Es läge keine Indikation vor und das Risiko einer ungewollten Virusübertragung – Gammaglobulin wird aus menschlichen Plasma-Zellen gewonnen – sei zu groß. Also reiste ich ohne Gammaglobulin. Tja, und dann verlief das Tracking so reibungslos, so stressfrei, so glatt und ich war völlig gesund, sodass alle Sorgen völlig umsonst gewesen waren. Und als diese gestern wie Wackersteine von meiner Seele fielen, zeigte mein Körper die bekannte Reaktion. Doch nun ist alles wieder gut und der Urlaub kann weitergehen. Es steht nichts Stressiges mehr bevor, nur noch Schönes – so denken wir zumindest - und packen unsere Sachen, um sie anschließend aus den Tiefen unseres Tales wieder ganz nach oben zu schleppen. Danach geht es erneut ein Stückchen runter, auf die Terrasse unserer Freunde, wo wir noch gemütlich frühstücken wollen.

Gut gelaunt betrete ich die Veranda und signalisiere meinen Reisekollegen, dass ich wieder Okay bin, als es unter meinen Schuhsohlen vernehmlich raschelt. Erstaunt sehe ich zu Boden und blicke auf ein Meer von Insektenflügeln. „Hallo, was war denn hier los? Hattet ihr vergessen zu duschen und habt die Viecher mit eurem Duft zum Absturz gebracht?“ „Ne, Barbara, du machst dir keine Vorstellungen, was da gestern noch abgegangen ist! Kaum warst du weg, sind hier Myriaden von Termiten eingeflogen! Du konntest nicht g’scheit essen, weil die Viecher im Teller landeten, du konntest nicht trinken, weil sie in der Dose ertranken, du konntest manchmal die Person am anderen Ende des Tischs nicht sehen, weil die überall waren. Und so viele!“ Ja, das sehe ich! Der Boden der Veranda und rings um das Zelt ist mit einem fast lückenlosen, dicken Teppich aus Flügeln und Termitenleibern bedeckt. Termiten auf Hochzeitsflug! Als mir meine Freunde die Fotos von gestern Abend zeigen, bin ich einerseits ein bisschen traurig, das nicht live mitbekommen zu haben, auf der anderen Seite aber auch durchaus erleichtert – mit allzu dichtem Geflattere hab ich's ja nicht so. Grinsend pflücke ich einen Flügel, den wohl der Wind herbeigeweht hat, aus meiner Kaffeetasse und freue mich stattdessen, dass ich wieder gesund bin und es weitergeht – meinem Traumziel Katavi entgegen. Wenn ich allerdings ahnen würde, was uns bis dahin noch bevorsteht, würde ich nicht so selig lächeln...

Abschied von Bwindi:
Rhipsalis, ein echter
afrikanischer Kaktus
Nach dem Frühstück jedoch bin ich noch guter Dinge, wir schleppen die Küchenkisten zum Auto hoch, verstauen unsere Habseligkeiten und machen uns anschließend auf den Weg zum Lake Bunyonyi, der in etwa eine halbe Tagesfahrt entfernt ist. Entsprechend gemächlich nehmen wir die heutige Tagestour in Angriff und kurven zunächst durch eine abwechslungreiche Berglandschaft, die uns manchmal fast nachhause zurückversetzt: schwarzweiße Kühe weiden auf sanften, grasigen Hügeln, kleine Kiefernwäldchen säumen hin und wieder die Straße – nur die Menschen, die überall unterwegs sind und zahlreiche, rauchende Köhlerhaufen erinnern uns immer wieder daran, wo wir wirklich sind.

Wie in Oberbayern...
Gehöft an steilem Hang
Köhlerei









Die Fahrt ist kurzweilig und es gibt hinter jeder Kurve etwas Neues und Interessantes zu sehen. Dann aber, kurz nach Hawurma, wird es mit einem Male ziemlich eintönig. Wir schrauben uns einen langgezogenen Bergkamm nach oben und sind plötzlich nur noch von Kiefern umgeben. Auf steilen Hängen wachsen Hunderttausende dieser Nadelbäume und ihr monokulturelles Auftreten weist deutlich auf das Vorhandensein diverser Plantagen hin – heimisch ist dieses schnellwachsende Gehölz hier nämlich sicher nicht, aber es scheint im kühlen Bergklima dieses Landstrichs, der auf bis zu 2500 Höhenmeter hinaufreicht, bestens zu gedeihen. Kiefern, Kiefern, Kiefern, wohin das Auge blickt! Vereinzelt sehen wir auch Menschen, die offenbar mit der Ernte des Holzes beschäftigt sind und beneiden diese nicht, denn die Bäume wachsen fast alle in extrem steilem Gelände und werden, bis auf die Fällung mittels Motorsägen, weitestgehend händisch transportfähig gemacht und anschließend zur Straße gebracht, wo sie dann verladen werden. Bah, muss das eine Schinderei sein! Mitfühlend beobachten wir unzählige schwitzende Forstarbeiter, die ansehnliche Stämme entrinden, bevor sie sie mit vereinten Kräften zu mannshohen Stapeln aufschlichten oder dabei helfen, sie auf betagte Laster zu packen. Alle paar Kilometer kommt uns dann auch so ein ächzendes Vehikel entgegen, völlig überladen, mit qualmendem Auspuff und röhrendem Motor – oder wir müssen eines überholen. Möglichst schnell versuchen wir, diese Gegend hinter uns zu bringen, denn das Geeiere mit den Holztransportern ist nicht nur nervig, sondern auch nicht ganz ungefährlich; die ungeteerte Straße ist schmal, stellenweise ausgewaschen, voller Schlaglöcher und windet sich an beachtlichen Abgründen entlang, die wir ungerne hinabtrudeln würden...

Steiles Gelände
Völlig überladener Laster
Nadelholz-Plantage









Irgendwann aber, wir sind schon auf über 2000 Metern Höhe angekommen, müssen wir anhalten. Annette hat ein Problem mit der Bremse des weißen Landys, die recht rudimentär gehaltene Instrumententafel des Defenders zeigt zudem eine Überhitzung an und in diesem Gelände ist es sicher mehr als ratsam, das genau unter die Lupe zu nehmen. Also stoppen wir an einer erstaunlich flachen Stelle der Straße, an der es uns eine recht spärlich dimensionierte Ausweichstelle möglich macht, uns weitestgehend verkehrsfreundlich einzuparken. Kühle Bergluft nimmt uns in Empfang und wir nutzen die Zwangs-Pause, uns ein bisschen die Füße zu vertreten und uns blasentechnisch zu erleichtern, während Jochen sich des Autoproblems annimmt. Er lugt und späht, er misst und schraubt, er zieht Muttern nach und hämmert an den Bremsklötzen herum, kann aber nichts feststellen. Ein mechanisches Problem, ein Motorproblem, ein Kühlerproblem aufgrund der stetigen Steigung oder doch was mit der Bremse? Es ist nicht einzugrenzen. Besorgt beobachten wir Jochens Bemühungen, sind aber dabei nicht allein: kurz nachdem wir angehalten haben und, Gott sei Dank, auch noch unbeobachtet unsere Notdurft verrichten konnten, tauchte wie aus dem Nichts ein Mofafahrer auf, der nun schon seit geraumer Zeit direkt neben unseren Autos steht und uns interessiert zuschaut. Er grüßt nicht zurück, als wir Hallo sagen, er gibt nicht einen einzigen Kommentar von sich, er bietet keine Hilfe an, er reagiert in keinster Weise auf uns und unser Tun – er guckt nur stumm und neigt bisweilen den Kopf, um besser sehen zu können. Seltsam! Wir wundern uns über den merkwürdigen Knaben, ignorieren ihn aber bald. Jochen nimmt ihn zunächst auch nur leicht verwundert zur Kenntnis, doch je erfolgloser er in seinem Bemühen ist, das Autoproblem zu beseitigen, desto mehr regt ihn der glotzende Mofatyp auf. Schließlich platzt ihm der Kragen und er blafft den schweigsamen Zuschauer auf deutsch an. „Und, interessant? Blöd glotzen, das kannst, sonst aber nix, oder? Komm, hau endlich ab, du Nervensäge!“ Der Jüngling versteht bestimmt nicht, was Jochen ihm an den Kopf geworfen hat, der genervte Tonfall aber dürfte unmissverständlich gewesen sein, dennoch zeigt unser ungebetener Beiwohner keine auch noch so kleine Reaktion – ungerührt glotzt er weiter. Jochen stresst das ungemein und er zieht die Notbremse, bevor er völlig ausflippt. „Annette, start’ den Wagen. Temperaturanzeige? Okay?! Wir fahren langsam weiter und suchen uns einen anderen Platz. Pause machen. Dann schaun wir nochmal nach, falls das Problem wieder auftreten sollte. Aber ich muss hier weg!“ Unter den verhalten enttäuschten Blicken unseres seltsamen Glotzers klettern wir wieder in die Autos, machen uns vom Acker und sehen im Rückspiegel, dass der aus dem Nichts Aufgetauchte sich anschickt, erneut in Selbigem zu verschwinden, bevor wir ihn aufgrund einer sichtverdeckenden Kurve ohnehin aus dem Blick verlieren. Komischer Kauz!

Während Jochen schraubt ...
... erfreuen wir uns an ...
... Pflanzen und Landschaft










Vorsichtig und mit deutlich gedrosselter Geschwindigkeit zockeln wir weiter nach oben, bis sich, nach einigen Kilometern, der Kiefernwald zur rechten Seite lichtet und den Blick auf ein dörflich besiedeltes Tal freigibt. Entschlossen steigt Jochen in die Bremsen, nicht ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass uns der nervig-stumme Pannenbeobachter nicht gefolgt ist. „So, Pause! Und jetzt geh ich auch mal pinkeln! Annette, gibt’s noch ein Problem?“ Annette schüttelt den Kopf und hebt zu einer näheren Erklärung an, doch Jochen ist schon im Gebüsch verschwunden und hat die Schnauze offensichtlich gründlich voll. Ich kann's verstehen... Nicht nur von seiner Warte aus, sondern auch, weil ich ein ähnlich nerviges Problem habe: seit heute Morgen nämlich zickt mein Objektiv. Das Zoom lässt sich nicht mehr stufenlos verstellen, es hakt, es schleift und klemmt und der Zoomring fühlt sich an, als wäre er in Sand getaucht und anschließend festbetoniert worden. Seufzend lege ich meine Kamera beiseite und nehme mir vor, das gute Stück heute, wenn wir am Lake Bunyonyi angekommen sind, in Ruhe einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen. Es kann ja nicht so schlimm sein, denke ich noch, als der Autofokus willig scharfstellt und ich ein letztes Testfoto schieße...

Kabale ...
... ist keine schöne Stadt!
Ein Zipfel vom See










Nach einer kurzen Pause an diesem Ort mit Aussicht machen wir uns erneut auf den Weg und es dauert nicht lange, bis die Strecke wieder zu fallen beginnt. All die Höhenmeter, die wir uns nach oben gekämpft haben, geht es nun erneut nach unten, und fast ebenso rasch erreichen wir in unserem Abwärtsrausch Kabale, die hiesige Distrikthauptstadt mit etwa 50000 Einwohnern, tausend Baustellen, staubigen, ungeteerten Straßen, tiefen Abwassergräben und heruntergekommenen Gebäuden. Wir sind froh, dass wir hier nur ein Stück reinfahren müssen, um die Abfahrt zum Lake Bunyonyi zu nehmen und die unsympathische Stadt sogleich wieder hinter uns lassen können. Und es ist erstaunlich, wie schnell sich die Umgebung ändert: kaum sind wir einen Kilometer aus Kabale raus, umgibt uns schon wieder üppiges Grün, die Luft ist sauber und riecht gut, es liegt kein Abfall mehr herum und sogar die Menschen, die hier unterwegs sind, wirken entspannter als die in der Stadt. Ach, ich freue mich auf den See, von dem ich schon so viele wunderschöne Bilder im Internet gesehen habe! Gespannt tuckern wir die steile Staubstraße nach unten und hoffen sekündlich, einen ersten Blick auf das inseldurchsetzte Gewässer werfen zu können. Doch mehr als ein, zwei spärliche Lücken im Grün und die damit verbundene Sicht auf ein wenig Wasser sind uns nicht vergönnt. Egal; wenn wir erst mal unten sind, erhalten wir sicher eine bessere Übersicht, rede ich mir ein und halte meine Vorfreude im Zaum. Tja, und dann sind wir plötzlich unten angelangt und sehen noch immer nichts – außer einer Menge von Gebäuden, die direkt ans Ufer gepflastert wurden und uns jegliche Sicht auf das malerische Gewässer versperren. Wir passieren ein riesiges Overlander-Ressort, diverse Bungalow-Anlagen, hohe Zäune und schließlich ein pittoreskes Hotel namens Bird's Nest. Ah ja, davon hatte ich schon gelesen! Es gilt als erstes Gebäude, das an den Ufern des Bunyonyi erbaut wurde. Ein Mann namens Frank Kalimuzo, früher Lehrer, später Staatssekretär, war so von der lieblichen Landschaft an den Gestaden des Sees angetan, den er auf einer Reise erstmals besuchte, dass er dort unbedingt wohnen wollte. 1963 begann er deshalb, am Ostufer ein riesiges Haus zu errichten, das er selbst zu beziehen beabsichtigte. Doch daraus wurde nichts. Bereits während der Bauphase schlugen permanent Reisende auf, die hier Urlaub zu machen begehrten. Und als das Haus fertig war, konnte sich Kalimuzo gegen den Ansturm der Touristen, die aus Kabale und dem ganzen Land anreisten, nicht mehr erwehren – der Tourismus am Lake Bunyonyi war geboren, wenn auch nicht absichtlich. Kalimuzo, seines Wohntraumes enthoben, arbeitete in den folgenden Jahren an seiner Karriere. Er avancierte zum Chef des Öffentlichen Dienstes, wurde Staatssekretär des Premierministers und schließlich auch noch Vizekanzler der Makerere Universität. Ein kometenhafter Aufstieg, an dem Ugandas Präsident Obote nicht ganz unbeteiligt war. Dieser Umstand wurde Kalimuzo im Jahre 1972 allerdings zum Verhängnis: ein Militärputsch brachte Idi Amin an die Macht, einen erklärten Feind Obotes, Mitglieder seiner „Säuberungseinheit für Öffentliche Sicherheit“ verwüsteten Kalimuzos Haus, verhafteten ihn und ließen ihn auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Kalimuzos Witwe versuchte verzweifelt, den Hotelbetrieb aufrecht zu erhalten, scheiterte aber auf ganzer Front. Das Regime hatte wichtige Straßen im ganzen Land zerstört, die Touristen blieben aus, das Hotel wurde mehrfach geplündert und litt weiter unter dem grenzenlosen Vandalismus der Regierungstruppen Amins. Es verfiel und wurde zur Ruine.

Annette überquert den Graben
Bugombe Gateway Camp
Blick auf den See










Eine bewegte Geschichte, die man dem Hotel heute nicht mehr ansieht, zumindest den negativen Teil. Heute steht es da, das Bird's Nest (Bunyonyi bedeutet Platz der vielen kleinen Vögel), wunderschön gelegen und einladend renoviert, modernisiert und in seiner Kapazität von ursprünglich 4 Zimmern auf 14 erweitert. Doch leider würde dieses Etablissement unseren finanziellen Rahmen leicht sprengen, weshalb wir weiter an der Uferstraße entlangkurven, um etwas für uns Geeignetes zu finden. Und die Auswahl ist groß! Eine Anlage reiht sich an die nächste, sie gleichen einander wie ein Ei dem anderen, was wohl an den typischen, vor Ort erhältlichen Baumaterialien liegt. Doch nur wenige bieten Camping an. Nach langem Geschunkel, vorbei an unzähligen Riesenzäunen, die den See vor unseren Blicken abschirmen, erspähen wir endlich ein Ressort, das auch uns Campern ein Unterkommen verspricht. Bugombe Gateway Camp nennt sich der Platz, wirbt mit einem unübersehbaren Schild für angemessene Preise, gepflegtes Ambiente, ein Restaurant, moderne Bungalows in rustikalem Stil und heißt auch Camper mit diversen Annehmlichkeiten willkommen. Das schauen wir uns an! Beherzt klingeln wir an einem mehrere Meter hohen Tor, das rasch für uns geöffnet wird und stellen unsere Autos auf einem kleinen Parkplatz, direkt dahinter, ab. Mehrere Personen eilen herbei, wir tragen unser Ansinnen vor, hier mit Zelten übernachten und vorher das Gelände besichtigen zu wollen, und werden herzlich eingeladen, uns umzusehen. Ja, hübsch, sieht gut aus! Doch wo ist die Campsite? „Unten, am Ufer, da, auf dem Rasen unter den Kiefern, schön schattig!“, preist ein Bediensteter die Stellplätze an. Mhm, sehr nett, echt. Aber wir müssen da mit den Autos runter und das geht nicht wirklich, denn ein zirka fünfzig Zentimeter breiter und anderthalb Meter tiefer Abflussgraben, stabil gemauert, und leider quer über die Zufahrt zum Campground führend, versperrt uns den Weg. Da kommen wir nicht drüber! Die Angestellten beginnen zu begreifen, was unser Problem ist – es scheint das erste Mal zu sein, dass hier jemand runter will. Eilfertig schleppen mehrere Leute deshalb klobiges Bauholz herbei und werfen es in die Rinne, bis diese locker gefüllt ist. Jochen checkt die Lage, bessert schlichtungstechnisch nach, lässt nachfüllen und rumpelt schließlich als Vorhut über das wackelige Konstrukt, das unter den zwei Tonnen des Land Rovers ächzend nachgibt, aber dennoch weitestgehend stabil bleibt. Die Angestellten des Ressorts klatschen begeistert.

Erneute Fehlersuche
Es beginnt zu regnen ...
... und hört nicht mehr auf!










Jochen hüpft wieder aus den Auto, begutachtet abermals das gestapelte Holz und winkt dann Annette herbei: „Du kannst drüber!“ Seine Gattin, die eigentlich gehofft hatte, Jochen würde die Fahrt übernehmen, beißt in den sauren Apfel und schickt sich seufzend an, nun ebenfalls über die gefüllte Rinne zu holpern. Der Wagen schaukelt und schwankt, ächzt und knarrt, doch alles geht gut und Minuten später steht Annettes Landy heil neben Jochens. Das wäre für heute erst mal geschafft – an morgen, wo wir das Ganze wieder nach oben müssen, will Annette jetzt nicht denken. Aufatmend schwingt sie sich aus dem Auto, als einer der Angestellten auf uns zueilt, um uns über die sanitäre Lage vor Ort aufzuklären: Also, auf halber Strecke zum Parkplatz, die zu überquerende Rinne inklusive, gäbe es neu gebaute Örtlichkeiten, die allerdings nicht sonderlich luxuriös wären. Aber weil wir den Graben so heroisch überwunden hätten und ohnehin, bis auf ein junges Paar, die einzigen Gäste wären, würde er uns einen der Bungalows öffnen, da könnten wir dann Bad und Toilette nutzen. Der Bungalow jedoch, so setzt er zögerlich hinzu, sei noch nicht ganz fertig... Verwundert und leicht amüsiert nehmen wir seine Offerte zur Kenntnis, danken ihm herzlich und beschließen, uns später mit diesem Problem zu befassen. Erst nämlich müssen wir unser Camp errichten und wohl auch das Gazebo aufbauen, denn am Himmel dräuen schon wieder regenschwangere Wolken. Als das vollbracht ist, stehen weitere Dinge an. Jochen nimmt den weißen Land Rover unter die Lupe und versucht zu erkunden, warum die Bremsen zicken und Temperaturanzeige spackt und ich mache mich an meinem störrischen Objektiv zu schaffen. Relativ zeitgleich beenden wir unsere Inspektionsarbeiten wieder - Jochen kann nicht herausfinden, woran es liegt, ich dagegen schon: offenbar hatte der Mitnehmer des Fokusrings eine schwere Macke abbekommen, die sich nun, im Zuge meines semi-einfühlsamen Testprogramms, zum Totalschaden ausgewachsen hat. Jetzt geht gar nichts mehr! Na super! Doch ich darf mich nicht beschweren. Die Kamera hat am Gorilla-Tag noch brav ihre Dienste verrichtet, Heinz bietet mir sofort an, seinen Apparat fortan mit mir zu teilen und ich bin, mit dieser großzügigen Option im Hintergrund, gar nicht so traurig, den Rest des Urlaubs zur Abwechslung mal weitestgehend ohne Technik vor dem Auge zu verbringen. Es gibt doch fast nichts Doofes, was nicht auch seine guten Seiten hätte.

Ohne weiteres Bedauern packe ich meine ausgeknockte Kamera in die große Reisetasche im Laderaum und nehme unser Camp linsenfrei in Augenschein. Mhm, sieht wirklich nett und gepflegt aus hier. Es gibt einen kleinen Steg, eine hübsche Uferbepflanzung, in der sich zahlreiche Vögel tummeln, ein nettes, zum See hin offenes Restaurant und mehrere zweistöckige Bungalows, die sich an einen steilen Hang hinter uns schmiegen. Eigentlich gibt es nichts zu Meckern, nur ich finde natürlich doch etwas. Ich hatte mich ja sehr auf den malerischen Lake Bunyonyi gefreut, muss aber leider feststellen, dass er sich nicht wirklich von Seen in unseren Breiten unterscheidet: Ufergrundstücke sind nun mal heiß begehrt und das führt dazu, dass man nirgendwo so richtig an das Gewässer herankommt. Überall versperren einem Zäune den Weg und Gebäude die Sicht; am Starnberger wie auch am Bunyonyisee! Ich bin schon fast am Überlegen, mir ein Kanu zu mieten (auch sowas bietet unser Ressort an), um mir vom Wasser aus einen besseren Überblick zu verschaffen, als mich die dunklen Wolken und eine gerade aufkommende, strenge Brise dann doch davon abhalten. Besser nicht, das könnte eine stürmische Angelegenheit werden!

Und schon fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Rasch verstauen wir alles, was nicht nass werden soll, in Zelten und Autos und verräumen uns selbst unter dem Gazebo. Keine Sekunde zu früh! Der Himmel verfinstert sich zusehends, die düstere Regenfront geht nahtlos in eine ebenso düstere Dämmerung über, es wird ungemütlich kalt und wir widmen uns, in Windjacken und wärmende Anoraks verpackt, der Zubereitung des Abendessens. Selbiges nehmen wir wenig später mit eingezogenen Köpfen zu uns und hatten uns eigentlich auf einen anschließenden gemütlichen Abend gefreut, doch daraus wird nichts. Die Gazebo-Plane, nass und schwer vom Wasser, schlägt ständig klatschend gegen unsere Hinterköpfe, unter unserem Tisch hat sich ein beachtlicher See gebildet, der Zufluss des temporären Gewässers durchweicht Annettes und Jochen Schuhe, der Abfluss zum Ausgleich die unsrigen. Jeder Klogang hinter der Gazebo-Wand artet zur Volldusche aus, der offerierte Sanitär-Bungalow ist ohnehin unerreichbar, da man, um dort hin zu gelangen, erst einen steilen Erdhang erklimmen muss, dessen Flanken momentan wie Schmierseife sind, und auch der Weg zum Waschhäuschen, mal abgesehen vom pladdernden Regen, birgt das Risiko der Überquerung einer brodelnden Abflussrinne, die das Wasser nicht mehr fassen kann, da sie ja mit Bauholz verstopft wurde. Der Gedanke, noch etwas zu trinken und sich dann, aufgrund einer sich vehement meldenden Blase, wieder aus dem gerade aufgewärmten Schlafsack herausschälen zu müssen, lässt uns diesen Abend folglich schnell beenden. Gute Nacht, Lake Bunyonyi, du hast uns nicht wirklich glücklich gemacht!



Weitere Impressionen des Tages:

Baumfarn in Bwindi
Köhlerei
Dörfliches Ambiente










Schulkinder
Mal ist die Straße flacher ...
... mal steiler.









Obstverkauf
Landwirtschafliche Werkstatt
Bananenpflanzung









Bananenpflanzung
Kiefernwälder tauchen auf
Es wird immer steiler









Besiedeltes Tal
Beschwerliche Ernte ...
... an steilen Hängen









Verbautes Ufer
Maskenweber
Neugierige Kinder

Freitag, 9. Februar 2018

1. Oktober 2015; Bwindi Impenetrable NP, Gorilla-Tracking

Trotz meiner abermals aufgewallten Aufregung überkam mich gestern Abend schnell der Schlaf, meine Nachtruhe allerdings war nicht die beste. Das Bettzeug und die Wolldecken waren klamm, weswegen ich mich in meinen Schlafsack eingemümmelt hatte. Der Schlafsack jedoch, dessen Außenseite aus recht glattem Stoff besteht, war nicht das geeignetste Utensil für dieses Bett: zwei extrem durchgelegene Matratzen auf einer noch mitgenommeneren Unterlage zeigen deutlich v-förmig gen Besucherritze und so kämpfte ich die ganze Nacht gegen die Schwerkraft, die mich unweigerlich und bei jeder Bewegung in den Spalt zwischen beiden Matratzen abrutschen ließ, zusätzlich begünstigt durch den flutschigen Außenstoff meines Schlafsacks. Steilwandschlafen, sozusagen. Dementsprechend gerädert erwache jetzt, am frühen Morgen. Heinz, der ebenfalls nicht besonders gut geschlafen hat, hat seine Augen auch schon aufgeschlagen und kuschelt sich noch kurz an mich, bevor wir unseren Herzen einen Ruck geben und uns aus der Steilwand-Koje hieven. Brrrr, ist das zapfig! Fröstelnd erledigen wir unsere Morgentoilette und machen uns dann bereit für das heutige Gorilla-Tracking.

Ach, stopp, halt, ich wollte ja noch meine Brille gegen Kontaktlinsen tauschen! Eine Idee, die mir zuhause kam: hier ist es feucht, es könnte sogar regnen, man schwitzt, und als Brillenträger weiß man, was das bedeutet – angelaufene Gläser, schlechte Sicht. Um das zu vermeiden, hatte ich extra ein paar Sätze Wegwerf-Linsen eingepackt, die ich nun eilig aus meinem Waschtäschchen krame. Also, Brille absetzen, Spiegel bereitlegen, Linsenbehältnis aufreißen, Linse entnehmen, von überschüssiger Flüssigkeit befreien und rein ins Auge. Perfekt. Jetzt die zweite! Doch was bei der ersten so reibungslos klappte, will bei der zweiten einfach nicht gelingen. Sie klebt am Finger, faltet und wölbt sich widerspenstig, will nicht im Auge bleiben, fällt schließlich zu Boden. Ich versuche es mit einer neuen Linse, doch auch diese ist unwillig. Toll! Was bringt mir jetzt eine Linse im rechten Auge, wenn die linke partout nicht reingehen will? Nichts! Resigniert pule ich das bereits installierte High-Tech-Teil wieder vom rechten Augapfel - man kann beinahe ein schmatzendes Geräusch hören, so gut saß es - und setze entnervt meine Brille auf. Schluss, aus, fertig, dann muss es eben so gehen. Heinz, der die ganze Prozedur vom Schlafzimmer aus beobachtet hatte, windet sich. Erstens, weil er nicht sehen kann, wie sich jemand ins Auge fasst und zweitens, weil er merkt, dass ich etwas gereizt bin. Nein, Schneck, keine Sorge, das ist jetzt nun mal so und ich bin nicht gereizt. Nur ein bisschen, oder besser gesagt, ich bin aufgeregt und angespannt, und zwar ziemlich. Und das macht mich dünnhäutig.

Tief in meinem Innersten weiß ich auch, warum ich so angespannt bin. Weniger, weil wir heute wahrscheinlich echte, richtige, wild lebende Gorillas zu Gesicht bekommen werden, sondern eher, weil ich mir seit Monaten Gedanken mache, wie sich das Ganze wohl gestalten wird. Wird es megaanstrengend, schlammig, ist das Wetter schlecht, habe ich die Kondition, stundenlang in unwegsamem, steilem Gelände rumzurutschen, sind Leute in unserer Gruppe, die ungeduldig ein gämsenartiges Tempo vorlegen oder welche, die alles bremsen, weil sie sich trotz ungenügender physischer Voraussetzungen partout einen Lebenstraum erfüllen wollen? Und am schlimmsten: bin ich gar eine von ihnen? Nun ja, das wird sich gleich oder spätestens in den nächsten Stunden herausstellen...

Bestückt mit zwei Mini-Rucksäckchen und den Kameras, schrauben Heinz und ich uns aus den Tiefen unseres Zelt-Tals empor, nehmen noch ein kleines Käffchen mit unseren Freunden ein, dann geht es hinauf zum Ausgangspunkt des Trackings, der ein Stückchen hinter dem Parkplatz liegt. Jochen, der heute nicht mitgehen wird, ist bereits vorab zu den Trackern geeilt und empfängt uns nun – den Daumen nach oben: es hat geklappt! Wir wurden der Rushegura Gruppe zugeteilt, und die befindet sich nicht allzu weit von Buhoma entfernt. Außerdem scheinen wir Off-Season unterwegs zusein, sodass wir keine anderen Touristen mit auf den Weg bekommen, sondern beim Tracking unter uns sein werden. Juhuuuu! Strahlend begeben wir uns ins Ranger-Gebäude, wo wir einen Einführungsfilm gezeigt bekommen, um kurz darauf nochmals im Freien eingewiesen zu werden und unseren Tracker kennenzulernen. Er heißt Joseph und ist ein sympathischer Mann mit warmen Augen, gewinnendem Lächeln und einer sonoren Stimme. Er heißt uns herzlich willkommen, informiert uns über die wichtigsten Sicherheitsregeln und deutet schließlich auf eine lange Teerlinie, die über den Rasen vor dem Informationszentrum führt. „Das sind sieben Meter. Näher solltet ihr den Gorillas nicht kommen. Ob sich allerdings die Gorillas dran halten, ist eine andere Sache...!, sagt er augenzwinkernd. „So, und bevor wir gehen, stelle ich euch noch die Porter vor, von denen sich jeder von euch einen aussuchen kann. Er wird dann die ganze Zeit an eurer Seite sein, euch bei schwierigen Stellen im Gelände helfen und wenn ihr Gepäck habt, wird er es für euch tragen.“ Nun, nachdem unsere Gorilla-Gruppe ja nicht weit vom Camp entfernt ist, bestünde eigentlich keine Notwendigkeit, einen Träger zu rekrutieren, wir alle bitten aber trotzdem um diese tatkräftige Hilfe. Die jungen Männer (und sogar ein paar Frauen), die hier ihre Dienste anbieten, sind schließlich Teil des Buhoma Community Projekts und verdienen sich so etwas Geld dazu, was ihre Lebenssituation verbessert und so auf Umwegen auch dem Schutz der Gorillas dient. Außerdem: wer sich 500 Dollar pro Mann und Nase für eine Stunde Gorillas-Kucken leisten kann, den bringt die vergleichsweise günstige Entlohnung für einen Porter auch nicht um! Also schnappen wir uns jeder einen der jungen Tracking-Assistenten, machen uns bekannt und setzen uns anschließend in Bewegung.

Ein lauschiges Bächlein
Termiten? Ameisen? Pilze?
Eulophia horsfallii









Nach einem kurzen Abstieg überqueren wir im Gänsemarsch ein kleines Brücklein, dann nimmt uns ein atemberaubender Wald in seine grünen Arme. Dieser Dschungel ist der krasse Gegensatz zu dem in Kibale: er ist üppig und vielfältig, er beherbergt alle Grünschattierungen und bezaubert mit gefiederten Farnen, mannshohen Orchideen, lackglänzendem Laub, farbenfrohen Pilzen, unterschiedlichsten Bäumen in verschiedenen Höhen und lässt sogar ab und zu einen sanften, pudrigen Sonnenstrahl durch sein Blätterdach spitzen. Wir sind hingerissen. Doch auch hier und heute haben die Spurensucher und unser Guide wenig Muße, uns in unserer Begeisterung gewähren zu lassen. Wacker schreiten sie voran und kennen nur ein Ziel: uns zu den Gorillas zu bringen. Und kaum sind wir eine halbe Stunde auf fast ebenem Weglein durch diesen Zauberwald geschwebt, ertönt der Ruf, der nach Stunden der Mühsal und Plag auf schlammig-steilen Pfaden sicher Erlösung verheißt, uns aber sehr überraschend und irgendwie auch zu früh ereilt: „Gorillas gesichtet!“ Was? Schon? Huch! Rasch übergeben wir all unser überflüssiges Equipment wie Rucksäcke, Jacken und Trekking-Stöcke unserem jeweiligen Porter und werden vom Guide ins Unterholz gelotst.

Unser erster Gorilla
Der Boss: Kabukojo
Missmutige Dame










Und da sind sie, die Gorillas! Ehrfürchtig blicken wir auf die schwarz bepelzten Verwandten und freuen uns, dass sie so nah sind. Doch Joseph ist mit unserem Standort noch nicht zufrieden, führt uns in einem Bogen um die Primaten-Gruppe herum und positioniert uns schließlich in einer kleinen Senke. „Sie werden gleich hier vorbeikommen!“, flüstert er. Und so ist es. Keine Minute später raschelt das Laub, knacken die Äste – und der Boss der Gruppe, der Silberrücken Kabukojo, geht aufmerksam und trotzdem entspannt an uns vorüber. Gebannt beobachten wir seinen schaukelnden Gang, das Spiel seiner gewaltigen Muskeln, sein ausdrucksstarkes Gesicht und seine sprechenden Augen. Ein paar Meter von uns entfernt lässt er sich auf den Waldboden plumpsen, einen Baum im Rücken, und gibt ein leises, brummendes Hüsteln von sich. „Die Luft ist rein, ihr könnt kommen!“, ruft er seine Familie. Und sie kommt! Ein paar Weibchen und mehrere Jungtiere unterschiedlicher Altersstufen ergießen sich in die Senke, in der wir uns an diversen, weiter auseinanderliegenden Stellen niedergehockt oder -gekniet haben. Ich fotografiere gerade einen Gorilla im Kleinkind-Alter, der hingebungsvoll an einem Kern lutscht und sich dabei mit Speichel und Fruchtfleisch vollkleckert, als Heinz schräg hinter mir zischelt: „Schneck, Achtung, rechts von dir kommt einer!“ Was? Bevor ich reagieren kann, verdunkelt sich das Bild vor meiner Kamera-Linse und eine Gorilla-Dame schreitet langam und in Streichelweite an mir vorüber. Tja, soviel zum Thema „sieben Meter Abstand“... Im Zeitlupentempo senke ich den Fotoapparat und halte fast den Atem an. Ich kann sie riechen, ich kann sie hören, ich kann sie förmlich spüren – doch sie ignoriert mich völlig. Ein paar Meter weiter setzt sie sich nieder, umklammert ihren Oberkörper mit beiden Armen und ihr Gesichtsausdruck, ihre Körperhaltung, tun deutlich kund, dass ihr kalt und ungemütlich zumute ist. Neidisch und missmutig blickt sie auf eine andere Gorilla-Frau, die einen der wenigen Sonnenflecken auf dem Waldboden ergattert hat und sich dort wohlig rekelt. Der Knirps lutscht weiter an seinem Kern, den ihm jedoch ein anderer Jugendlicher streitig machen will. Der Größere greift energisch nach dem Objekt der Begierde, der Kleine quiekt entsetzt, der Silberrücken beobachtet das Ganze und ruft die beiden schließlich mit einem kurzen Beller zur Raison. Augenblicklich kehrt wieder Ruhe ein. Mann, ist das faszinierend und fesselnd, diese Wesen aus einer so geringen Entfernung in ihrem natürlichen Umfeld beobachten zu können! Wie wahnsinnig ähnlich sie uns sind in ihrem Tun, ihrer Mimik, ihrer Gestik. Und wie sie uns daran einfach so teilhaben lassen; total entspannt, sich unserer Anwesenheit völlig bewusst und doch mit einer gewissen nonchalanten Ignoranz, die ihresgleichen sucht.













Faszinierend finde ich auch, wie souverän Kabukojo seine Gruppe lenkt und über sie wacht – faszinierend deswegen, weil ich mich über die Geschichte der verschiedenen Gorilla-Gruppen informiert hatte und dabei auch etwas über den Werdegang und das Schicksal der Rushegura Group in Erfahrung bringen konnte. Die Rushegura-Familie wurde bis Anfang 2014 von einem gestandenen Silberrücken, Mwirima, angeführt. Doch dieser zog sich eine Verletzung an den Lippe zu, die sich entzündete und zu nekrotisieren begann. Ärzte und Ranger versuchten alles, ihn zu retten, dennoch erlag Mwirima im März 2014 der schweren Infektion und überließ seine Familie  einer äußerst ungewissen Zukunft – nun führungslos, drohte die Gruppe auseinanderzufallen. Dergestalt ins kalte Wasser geworfen, übernahmen jedoch zwei junge Schwarzrücken, Kabukojo und Kalembezi, das Regiment und meisterten ihre neue Aufgabe mit zunehmender Bravour, wobei sich Kabukojo als der Führungsstärkere der beiden herauskristallisierte. Kalembezi zog sich zurück und spielte ohne Murren die zweite Geige, bis, ja, bis auch Kabukojo zu kränkeln begann. Kalembezi sprang erneut in die Bresche, bis Kabukojo nach einer medizinischen Behandlung wieder zu Kräften kam und überließ dann seinem etwa gleichaltrigen Halbbruder wiederum kampflos die Führung.













Dieses Hintergrundwissen macht unseren Besuch bei den Gorillas der Rushegura Group für mich noch spannender, als er ohnehin schon ist. Stundenlang könnte ich den Tieren zusehen; einfach nur hier hocken und kucken, versinken und mich aufgenommen und doch ignoriert fühlen. Es ist toll! Doch leider ist unsere Zeit bei den Gorillas begrenzt; wir dürfen lediglich eine einzige, kurze Stunde bleiben. Darauf wird, zum Wohle der so menschlichen Primaten, strikt geachtet, und diese Stunde ist natürlich viel zu schnell vorüber – unser Guide bläst zum Aufbruch. Bedauernd reißen wir uns von Kabukojo und seiner Familie los, versammeln uns am hinteren Ende der Senke und schicken uns an, den Dschungel zu verlassen. Dabei kommt Annette dem Silberrücken aus Versehen etwas zu nahe und dieser demonstriert, quasi zum Abschied, nochmal eindrücklich seine Stärke und Fürsorge für die ihm anvertrauten Familienmitglieder: er trommelt warnend auf seine Brust, nur ein paar mal, und weist Annette so in ihre Schranken. Das Trommeln hallt mit unglaublicher Lautstärke und Intensität durch die Luft, die förmlich vibriert, Annette macht einen erschrockenen Satz, Kabukojo lehnt sich erneut und befriedigt an seinen Baum und behält unseren Rückzug entspannt im Auge. Tief berührt und voller neuer Eindrücke folgen wir unserem Guide durch das dichte Gestrüpp, bis wir, nach etwa zwanzig Minuten, schon wieder an dem kleinen Flüsschen angelangt sind, das wir heute Morgen über eine Brücke überquert hatten. Hier jedoch ist weit und breit keine Brücke zu sehen; dennoch gibt uns Joseph zu verstehen, dass wir den Fluss exakt an dieser Stelle überqueren werden. Mhm, warum? Da geht doch ein kleiner Trampelpfad am Ufer entlang und wenn wir den nehmen, dann sind wir sicher in zehn Minuten zurück an der Brücke. Joseph aber besteht auf dieser Querung. Unsere Porter werfen sich in zwei Reihen ins knietiefe Wasser und bevor wir uns versehen, haben sie uns über den Wasserlauf gezerrt, gehievt, gehoben, ohne dass auch nur einer von uns feuchte Füße bekommen hätte. Wir sind völlig überrumpelt, schütteln uns wie nasse Hunde, obwohl wir doch gar nicht nass geworden sind und danken den zupackenden Portern für ihren tatkräftigen Einsatz. Nun ja, nötig wäre dieser Einsatz bei der geringen Wassertiefe und den im Flussbett liegenden Steinen nicht wirklich gewesen, doch wahrscheinlich sollte die rührige Hilfestellung kurz vor Ende der Tour noch als Rechtfertigung für ihre Begleitung und Bezahlung dienen. Auch das wäre nicht nötig gewesen, schließlich können die Porter nichts dafür, dass wir auf megakurzem und ebenem Weg zu den Gorillas gelangen konnten. Doch wenn das hier so gehandhabt wird, sind wir die letzten, die sich darüber beschweren...

Shopping-Mall von Buhoma











Gut gelaunt erreichen wir so wenig später das Camp, wo wir die Begleitmannschaft für ihre kleinen Mühen entlohnen, uns herzlich verabschieden und anschließend warten, bis Joseph aus dem Office wiederkehrt und jedem von uns ein „Gorilla-Tracking-Zertifikat“ in die Hand drückt. Wir danken auch ihm, beglücken ihn mit einem gerüttelt Maß an Trinkgeld und streben anschließend unseren Behausungen zu, wo wir uns der Tracking-Klamotten entledigen. Sommerlich gekleidet – es ist nämlich kein Wölkchen in Sicht – genießen wir wenig später den sonnigen Tag, wie es uns beliebt. Annette, Jochen, Gabi und Erika wollen eine kleine Exkursion auf dem Gelände der benachbarten Lodge, hinunter zum Fluss, unternehmen, Heinz und mich hingegen zieht es in das kleine Dörfchen Buhoma, wo wir bei unserer Ankunft zahlreiche Läden mit Schnitzereien entdeckt hatten. Nun wandern wir die staubige Dorfstraße entlang und verschaffen uns einen genaueren Überblick. Oje! Fast jeder Shop, kleine Kabuffs, gezimmert aus krummen Ästen und Wellblech, bietet hier geschnitzte Gorillas in allen Größen an. Klar, das liegt in der Natur der Sache, ist aber nicht das, was Heinz und ich begehren, zumal die guten Stücke verdächtig nach Massenproduktion aussehen und jeglichen rustikalen Charme entbehren. Heinz schüttelt deshalb verächtlich den Kopf und stürzt sich erst mal in einen Laden, der T-Shirts anbietet – ein Andenken-Shirt pro Reise hat schon fast Tradition bei ihm. Und schnell wird er fündig: ein Exemplar, das den Träger als Besucher der Gorillas und Absolvent einer Tracking-Tour ausweist, geht in seinen Besitz über. Ebenso rasch ist noch ein Päckchen ugandischer Hochland-Kaffeebohnen aus fairem Anbau als Mitbringsel für die Mama eingemarktet und schon stehen wir wieder auf der Straße, die sich, weiter vorne, noch an unzähligen anderen Shops entlangwindet.













Da wäre es doch gelacht, würden wir dort nichts finden! Und siehe da: zehn Meter weiter, und das Sortiment der Läden verändert sich zu unserem Vorteil. Es gibt unzählige Masken, Skulpturen, kunstvolle Sitzgelegenheiten und sogar vereinzelte Betten oder Liegestätten, die allesamt sehr authenisch, rustikal und teilweise sogar antik aussehen. Gut, eine Maske schnitzen, sie mit Lehmfarben bemalen und für eine Woche im Kuhmist eingraben, das macht aus etwas Neuem schnell eine Antiquität, zumindest optisch. Doch da wir ja ohnehin keine Werte-Jäger sind, sondern nur auf der Suche nach etwas, was uns anspricht, ist uns das egal. Apropos ansprechen: wir stehen gerade vor einem winzigen Laden und bewundern diverse Masken, die an der geschlossenen Türe hängen, als plötzlich ein junger Mann selbige aufreißt und heftig erschrickt, als er so unvermittelt vor uns steht. Heftig atmend begrüßt er uns und fragt, ob er uns helfen könne, er wollte nämlich gerade den Shop schließen. Wir gestehen ihm, dass uns seine Masken ausnehmend gut gefallen würden, woraufhin er eilfertig seinen Ladenschluss verschiebt. Er lädt uns ein, in das Geschäft zu kommen und seine gesamten Schätze zu betrachten. Gerne leisten wir dem Folge und entdecken einige wirklich wunderschöne Exemplare, die der junge Mann, der sich uns als Thomas vorstellt, daraufhin von der Wand nimmt, um sie uns in vollem Licht draußen zu präsentieren. Während wir nun die Schnitzwerke bewundern und uns so schnell gar nicht entscheiden können, beginnt Thomas, uns interssante Geschichten über die Masken zu erzählen, wo sie herkommen, was sie bedeuten und bei welchen Gelegenheiten sie traditionell getragen werden. Eine der Masken – und ihre Geschichte – ist besonders fesselnd. Es ist ein stilisiertes Gesicht mit üppiger, kunstvoller Frisur, in deren Mitte ein Vogel sitzt. Diese Maske stamme von den Lualua, sagt Thomas, einem Stamm, der aus dem Hochland des Kongo nach Uganda geflohen sei und dort großen Hunger gelitten hätte. Um Abhilfe zu schaffen, hätten die Lualua ihre Haare wachsen lassen, sie mit Öl und Sirup behandelt, um darin ein genehmes Klima für die Läusezucht zu schaffen. Die zahlreich gedeihenden Kopfbewohner hätten dann einen reich gedeckten Gabentisch für Vögel geboten, die sich die hungrigen Lualua nur noch vom Schädel pflücken und verspeisen mussten.

Eine nette Story! Natürlich habe ich zuhause recherchiert, was an der Geschichte dran ist und, wie nicht anders zu erwarten, nichts Bestätigendes gefunden (vielmehr symbolisiert der Vogel wohl den Gott der spirituellen Führung), aber das tut unserer Unterhaltung im Augenblick keinen Abbruch. Gespannt lauschen wir Thomas' Ausführungen und erfreuen uns seiner fantasievollen Erzählungen. Und schließlich wird der Eifer des jungen Mannes belohnt. Heinz hat sich entschieden und möchte eine Maske erwerben, die mit schläfrigen Augen und einem nachdenklich geschürzten Mund seine Gunst errungen hat. Die Verhandlungen beginnen sofort und enden bereits nach einer Viertelstunde bei einem wirklich akzeptablen Preis. Was Heinz allerdings nicht mehr auf dem Schirm hatte, ist, dass sich unser Dollarvorrat bereits deutlich minimiert hat – und der ausgehandelte Preis übersteigt unsere Reserven bei weitem. Tja, nun ist guter Rat teuer. Doch Thomas weiß einen Ausweg: er nimmt auch Euro. Zwar nicht gerne, aber er käme ohnehin bald nach Kampala und da könne er problemlos tauschen. Schnell ist der Handel besiegelt und beide Parteien, Heinz und Thomas, sind froh, dass das Geschäft aufgrund mangelnder Dollarreserven nicht geplatzt ist. „Schneck, wenn Thomas auch Euro nimmt, magst du nicht auch noch was kaufen?“, fragt mich Heinz. Aaaah, ich winde mich, denn die Läusezüchter-Vogelmaske hätte es mir echt angetan. Dann aber denke ich an die Wände in meiner Wohnung – und verzichte. Ich bin eher ein Bildermensch und bewohne eine wirklich großzügige Wohnung, doch es gibt kaum einen Platz, an dem ich noch etwas aufhängen könnte, ohne die Wirkung der anderen Bilder erheblich in Mitleidenschaft zu ziehen. Tingatingas aus Tansania, Selbstgemaltes und -gezeichnetes, Urlaubsfotos, Zeichnungen von Perlhühnern und Marabus in ganz besonderen, wuchtigen Rahmen aller Größen und gerahmte Briefmarken aus all den Ländern, die ich schon besucht habe, zieren meine Behausung. Von den Perlenechsen, die auf vielen Wänden umherklettern, und diversen Skulpturen ganz zu schweigen... Also nein, keine Maske (die tatsächlich meine erste gewesen wäre!). Thomas ist ein bisschen enttäuscht, akzepiert aber meine Entscheidung, verabschiedet sich herzlich von uns und sperrt dann tatsächlich seinen Laden zu, bevor er von dannen eilt.

Gerade versuchen Heinz und ich, uns zu orientieren und über unser weiteres Vorgehen zu beraten, als unsere Freunde des Weges kommen. „Na, habt ihr wieder was gekauft? Die haben hier ja schon sehr schöne Sachen!“, schwärmt Annette, die einem Andenkenkauf in der Regel auch nicht abgeneigt ist. Heinz präsentiert seine Neuerwerbung und schon funkeln Annettes Augen kauflüstern. „Lasst uns mal da vor gehen, da ist ein besonders geiler Shop!“ Gemeinsam steuern wir besagten Laden an und landen in einem Eldorado aus Masken, Skulpturen und anderen Gegenständen; es ist genau der Shop, den Heinz und ich uns für das Ende unserer Einkaufstour reserviert hatten, denn das Angebot ist wirklich niederschmetternd betörend! Lange stehen wir in einem ungewöhnlich großen Verkaufsraum und schwelgen in Wänden voller geschnitzter Artefakte, staksen zwischen beeindruckend großen, hölzernen Kunstgegenständen, die den Boden fast lückenlos bedecken, umher und sehen das ein oder andere Stück in Gedanken schon in unserer Wohnung prunken. Wenn da nicht der Transport im Handgepäck und der mangelnde Platz in unseren Behausungen wäre. Also schwelgen wir nur. Der einzige, der tatsächlich etwa kauft – wir staunen – das ist Jochen, der in der Regel als relativ souvenirresistent bekannt ist. Doch auch er erliegt dem Charme einer Maske, die er rasch in seinen Besitz bringt, fast schon verschämt, bevor er fluchtartig den Shop verlässt. Ei, sieh einer an, der eiserne, pragmatische Jochen!

Blauhaubenschnäpper
Weiblicher Vanga-Schnäpper
Lappenschnäpper









Amüsiert folgen wir ihm und peilen nun gemeinsam unser „Zuhause“, das Buhoma Community Restcamp an, wo wir uns erst mal im Restaurant vom Stress des Shoppens erholen. Und die Aussicht von der Terrasse ist heute, im Vergleich zu gestern, wirklich grandios! Nicht eine durch Regen verursachte Dampfschwade vernebelt unseren Blick auf den im Sonnenlicht in allen Grüntönen schimmernden Wald, bunte Vögel tummeln sich im Geäst, Blätter rauschen leise im leichten Wind, der Himmel strahlt in hellem Blau und wir genießen den Rest des Nachmittags in dem wohligen Bewusstsein, einen nahezu idealen Tag erlebt zu haben. Ein erfolgreiches Gorilla-Tracking ohne nennenswerte Strapazen, perfektes Wetter inklusive, ein gemächlicher Nachmittag, der unsere Kauf-Gelüste befriedigte, eine Handvoll Nichtstun auf der Restaurant-Terrasse. Nun senkt sich langsam die Dämmerung herab und wir freuen uns auf einen gemütlichen Abschluss des Tages bei Annette und Jochen. Spaghetti Bolognese, selbstgekocht, ein Drink, den Tag revue passieren lassen, schlafen gehen, weiterträumen.

Mein Traum von diesem Traum allerdings endet ziemlich bald: sobald Heinz und ich uns frischgemacht haben, wieder zum Bungalow unserer Freund hochgewandert sind und das Abendessen in den Töpfen schmurgelt, fühle ich mich plötzlich ziemlich malade. Mich fröstelt von innen heraus, mein Appetit geht gen null, trotz der appetitlichen Gerüche, und ich rutsche unruhig auf meinem Plastikstuhl umher. Als Jochen die Teller verlangt, um das Essen zu verteilen, muss ich leider die Segel streichen – ich will nur noch ins Bett. Hastig verabschiede ich mich von unseren Freunden und Heinz, die mir alle besorgt hinterher blicken und torkle mit letzter Kraft hinab zu unserem Zelt, wo ich, eingewickelt in alle verfügbaren Decken, sofort in einen unruhigen Schlaf sinke. Bin ich krank, habe ich mir was eingefangen? Nein, diese Reaktion kenne ich von früher, das hat nichts mit einer Infektion zu tun, das ist psychisch. Meine letzten Gedanken vorm Einschlafen - beruhigend -, dann bin ich weg und höre nicht mal mehr meinen Liebsten, als er sich zu vorgerückter Stunde zu mir kuschelt.


Weitere Impressionen des Tages:

Die Rushegura-Gruppe

Impatiens stuhlmannii








































































Nicht mit Schnupfen
zu den Gorillas!

































Männlicher Vanga-Schnäpper
Bergspint